Hessen fördert Dialogfähigkeit und demokratische Streitkultur im Alltag: In Wiesbaden ist jetzt ein von der Landesregierung gefördertes Projekt gestartet, mit dem Dialogtrainerinnen und -trainer ausgebildet werden. „Wir setzen mit der Förderung dieser Maßnahme ein klares Zeichen für Akzeptanz, Respekt und Demokratie. Die im Rahmen des Projekts ausgebildeten Dialogtrainerinnen und -trainer befähigen Menschen, auch beim Austausch über kontroverse Haltungen und politische Themen mit Menschen im Gespräch zu bleiben“, sagte Staatsministerin Heike Hofmann, die der Auftaktveranstaltung gemeinsam mit Berivan Şekerci, der Antidiskriminierungsbeauftragten des Landes Hessen, beiwohnte.
Die zwölf engagierten Menschen aus ganz Hessen, die an der Trainer-Ausbildung teilnehmen, sollen anschließend zu Multiplikatoren werden und Workshops und Dialogformate durchführen. Das Ziel ist, dass so weitere Bürgerinnen und Bürger als Dialogbotschafterinnen und -botschafter fungieren können, um einen respektvollen Austausch über gesellschaftliche und politische Fragen zu stärken.
Die Antidiskriminierungsbeauftragte Şekerci betonte die Bedeutung des Projekts gerade in Zeiten gesellschaftlicher Spaltung: „Wir sehen, dass sich Debatten verhärten und Sprache aggressiver wird. Umso wichtiger sind Maßnahmen, die den demokratischen Dialog gezielt stärken. Mit dieser Ausbildung entsteht ein landesweites Netzwerk von Fachkräften, das für Respekt, Demokratie und gegen Diskriminierung direkt dort wirken kann, wo Menschen zusammenkommen.“
Für die Umsetzung des Projekts ist der Verein mo:lab e.V. verantwortlich. Die fachliche Leitung und Ausbildung übernehmen die Journalistin, Filmemacherin und Trägerin des Bundesverdienstkreuzes Prof. Mo Asumang sowie der Konflikttrainer und Coach Frank Labitzke. Sie bereiten die Teilnehmenden praxisnah auf Workshops, Dialogveranstaltungen und Gespräche im öffentlichen Raum vor, um dort unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen und respektvolle Gespräche zu fördern. „Dialogtrainerinnen und -trainer können Brücken bauen und Menschen den Weg eröffnen, ohne Scham wieder näher an demokratische Positionen heranzurücken“, betonte Prof. Asumang zum Projektstart.
„Die ausgebildeten Trainerinnen und Trainer werden Menschen dabei unterstützen, respektvoll miteinander ins Gespräch zu kommen. Sie ermöglichen neue Begegnungen über die Grenzen der eigenen sogenannten Bubbles hinaus und öffnen neue Diskursräume – das ist für eine gesunde Demokratie von grundlegender Bedeutung“, schloss Ministerin Hofmann.
Hintergrund:
Der Verein mo:lab e.V. entwickelt Bildungs- und Dialogformate zur Stärkung von Demokratie, Dialogfähigkeit und gesellschaftlichem Zusammenhalt. Das Projekt „Dialogtrainerinnen und -trainer für Hessen“ läuft von Januar bis Dezember 2026. In diesem Zeitraum werden Menschen aus ganz Hessen für das Dialogtraining qualifiziert. Anschließend finden hessenweit Workshops zur Ausbildung weiterer Dialogbotschafterinnen und -botschafter sowie öffentliche Dialogaktionen statt, darunter die Formate „Motzbude“ und „Mampf und Motz“.


