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Hessischer Preis für Lesbische Sichtbarkeit

Lesben haben sich in den vergangenen Jahrzehnten auf vielfältige Weise um den gesellschaftlichen Wandel verdient gemacht. Sie haben wichtige Beiträge zur Entwicklung einer inklusiven und anerkennenden Gesellschaft geleistet. Lesben waren und sind tapfere Vorkämpfer*innen in den Frauenbewegungen, engagierte Mitstreiter*innen in der Emanzipation der Homosexuellen, setzten und setzen sich auf unterschiedlichste Weise für die Anerkennung sexueller und geschlechtlicher Vielfalt ein. Darüber hinaus brachten und bringen sie sich auf vielfältige Weise z. B. in rassismuskritische und postkoloniale Diskurse ein, engagieren sich für die Belange von Menschen mit Behinderungen oder in Umwelt- und Tierrechtsbewegungen.

Lesben sind keine homogene Gruppe. Ihr Einsatz für gerechte Gesellschaften, in denen jede*r die eigene Persönlichkeit frei entfalten kann, ist so vielseitig wie ihre individuellen Hintergründe. Oft bleiben sie als lesbische Frauen* dabei jedoch unsichtbar, erfahren strukturelle Diskriminierungen sowie die De-Thematisierung ihrer Identität(en) und werden unsichtbar gemacht.

Sichtbarkeit bildet jedoch die Grundlage für gesellschaftliche Anerkennung. Das Vorhandensein von Vorbildern und Role-Models ist wichtig. Wichtig sind auch Möglichkeiten, Gleichgesinnte zu treffen, Räume und Strukturen aufzufinden, die lesbische Identitäten nicht in Frage stellen, sondern sie anerkennen und stärken. Sie helfen auch bei Coming-Out-Prozessen. Diese Räume und Strukturen wurden und werden nicht selten unter hohem persönlichen Einsatz erkämpft und aufgebaut.

Das Land Hessen würdigt dieses Engagement für Akzeptanz und Vielfalt und hat in 2020 erstmals den Hessischen Preis für Lesbische Sichtbarkeit verliehen. Die nächste Ausschreibung und Verleihung des Hessischen Preises für Lesbische Sichtbarkeit wird in 2022 erfolgen. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

Die Preisverleihung 2020

Veronica King, Sozialpädagogin aus Kassel, wurde am 14.10.2020 mit dem ersten Hessischen Preis für Lesbische Sichtbarkeit ausgezeichnet. Herzlichen Glückwunsch!

Nominiert waren:

  • Dyke*March Rhein-Main 2019
  • Kim Engels, Mitbegründerin des frauen museum wiesbaden
  • Das frauen museum wiesbaden
  • Yvonne Ford, Veranstalterin von „Lesbischer Herbst“, eine Gesprächs- und Begegnungsmöglichkeit speziell für ältere Lesben und Lesben mit spätem Coming-Out
  • Das FrauenKulturZentrum Darmstadt
  • Veronica King, Sozialpädagogin aus Kassel
  • Das Lesbenarchiv Frankfurt
  • Lesben gegen Rechts, Rhein-Main
  • Die Lesben Informations- und Beratungsstelle (LIBS) aus Frankfurt
  • Der Chor „Liederliche Lesben“ aus Frankfurt
  • Dr. Constance Ohms, Soziologin und Leiterin der Fachberatungsstelle gewaltfreileben
  • Erika Wild aus Frankfurt, Inhaberin der Bar „La Gata“, die vermutlich älteste Lesben-Bar weltweit (seit 1971)

Der Jury gehörten an:

  • Betina Delalic alias DJ Betty Ford, Veranstalterin und Gastronomin
  • Max Helmich, selbstständiger Übersetzer
  • Stephanie Kuhnen, Autorin und Journalistin, Projektleiterin "Lesbisch*Sichtbar.Berlin" des RuT e.V.
  • Dr. Gesa C. Teichert-Akkermann, Referentin für Gesellschaft, Teilhabe und Antidiskriminierung der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld (in Elternzeit)
  • Susanne Stedtfeld, Leiterin der Antidiskriminierungsstelle am HMSI

Das Video der Preisverleihung finden Sie hier (Sie werden zu Youtube weitergeleitet), zur Pressemitteilung geht es hier.